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Wikipedia wird abgeschaltet!

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Alleine Wikipedia Deutschland hat derzeit über eine Millionen Artikel und 1,4 Millionen registrierte Benutzer. Es ist in den Top 10 bei Alexa und ein echtes Phänomen in den Google Rankings.

Wikipedia weiß über alle Themenbereiche Bescheid. Es gibt extrem lange Artikel mit vielen Bildern und auch großen Statistiken. Es ist im Alltag fast nicht mehr wegzudenken.

Doch stellen wir uns einmal vor, Wikipedia wird von einen auf den anderen Tag abgeschaltet. Der Grund ist egal, lass es einen Virus sein oder auch irgendetwas anderes. Auf jeden Fall ist auf einmal die komplette Seite offline. Alle Kopien und Backups sind ebenfalls weg. Was nun?

Eine Minute nach Wikipedia

Die Domain wurde gegrabbt. Ein guter Fang! Pagerank 9, eine unausrechenbare Anzahl von Backlinks, ein Domainalter von 11 Jahren und auch gut in Wikipedia referenziert. Moment, das letzte streichen wir mal. Auf jeden Fall kann sich der neue Besitzer freuen, er wird wohl nie wieder arbeiten müssen.

Zwei Minuten nach Wikipedia

Der Server des Domaingrabbers geht offline. Die Parking-Seite hatte einfach zu viel Traffic für den kleinen Server.

Zehn Minuten nach Wikipedia

Mittlerweile ist es in den Social Networks angekommen. Erste User fragen, ob Wikipedia bei anderen auch nicht mehr funktioniert.

Zwei Stunden nach Wikipedia

Viele Schüler bemerken, dass Ihre „gut recherchierten“ Hausaufgaben alle weg sind. Sie hatten sich auf Wikipedia verlassen und dürfen jetzt doch selbst recherchieren.

Fünf Stunden nach Wikipedia

Nun ist es offiziell, Jimmy Wales, Mitbegründer der Enzyklopädie gibt bekannt, dass Wikipedia nun für immer offline sein wird. Alle Seiten sind tot, alle Backups weg. Ein schwarzer Tag für das Internet.
Wikipedia trauert (klicken für den vollen Text ;-))

Sieben Stunden nach Wikipedia

Die Meldung hat sich rasant verbreitet. Es wird in Blogs und großen Newsseiten über die Abschaltung berichtet. Viele SEOs freuen sich, da Wikipedia mit seinen unglaublichen Einfluss in den Suchergebnissen immer die ersten Plätze belegt hat.

Ein Tag nach Wikipedia

Die ersten Seiten von Wikipedia sind aus dem Google Index geflogen. Auf Google gibt es ein Trauer-Doodle und auf Twitter freuen sich Webmaster über die gestiegenen Positionen:

Wikipedia "SEO"

Außerdem ist Wikipedia nun auf Ebay zu finden. Der glückliche Besitzer der Domain fand, dass es dort die größte Zielgruppe erreichen könnte. Die Auktion wird eine Woche dauern. Wir sind alle gespannt, wie viel dabei herumkommt.

Zwei Tage nach Wikipedia

In den SEO-Tools kann man bereits starke Schwankungen in den Ergebnissen erkennen. Wie zu erwarten, hat Wikipedia stark an Sichtbarkeit verloren. Aber dank der unzähligen Artikel, liegt der Sichtbarkeitsindex trotzdem noch über dem von Spiegel Online und der Bild.

Vier Tage nach Wikipedia

In den Unis werden zahlreiche Doktorarbeiten entdeckt, die fast keine Inhalte mehr haben. Dabei geht es zu, wie bei Steuerbetrügern, wenn eine CD mit den Daten der Bank ihres Vertrauens gekauft wurde. Jeder hat Angst selbst erwischt zu werden.

Acht Tage nach Wikipedia

Die Ebay-Auktion endet. Wikipedia wurde für 153 Mio Euro an einem Investor verkauft, der uns nicht ganz unbekannt ist: Es ist Google. So wird der komplette Traffic, der über Links reinkommt direkt in die Suche geleitet. Statt den Artikel auf Wikipedia zu sehen, wird also einfach nach dem Begriff gesucht. Ein guter Schachzug von Google, so können eine Menge Anzeigen verkauft werden. Bei Wikipedia war dies ja leider nicht möglich.

Aber auch die User haben etwas davon. Statt auf irgendwelche Affiliate-Seiten geleitet zu werden, können Sie sich nun eine Seite heraussuchen, die ihnen wirklich weiterhelfen kann. Viele andere Investoren wären einfach mit der Themenvielfalt überfordert und könnten deshalb keine passenden Anzeigen ausliefern und keinen Profit daraus schlagen.

Zwei Wochen nach Wikipedia

Nun sind weitere Auswirkungen von den SEO-Tools zu erkennen. Durch die Masse der betroffenen Rankings hat es etwas gedauert, bis alle Wirkungen in den Suchmaschinen zu spüren sind. Allerdings sind bereits alle Wikipedia-Seiten aus dem Index verschwunden – Manueller Eingriff.

Aber neben Wikipedia sind auch andere Seiten aus dem Index geflogen. Viele hatten sich zuvor die Frage „Was bringen Wikipedia Links?“ gestellt. Diese hatten zwar Nofollow, aber irgendwie hat es doch eine Auswirkung gehabt. Nämlich beim Trust. Die Seiten haben nun einfach eine magische Grenze überschritten und wurden mit Penalties bestraft.

Sistrix über das Wikipedia-Update

Drei Wochen nach Wikipedia

Auf Facebook werden zahlreiche Gruppen gegründet, in der sich Schüler und Studenten über Alternativen austauschen. Diese haben dann zum Beispiel Titel wie „Wir vermissen Wikipedia“ oder „Wer braucht schon Wikipedia?“.

Auch einige der Autoren, die vorher für Wikipedia geschrieben haben sind wieder aktiv. Sie bauen nun eigene Blogs, in denen sie weiterhin Schreiben. Für sie positiv ist, dass sie nun selbst entscheiden können, was veröffentlicht wird. Außerdem bekommen sie auch den Lohn für ihre Arbeit – Steigende Reputation, die sogar zu Jobangeboten führen.

Einen Monat nach Wikipedia

In der Affiliate-Szene ist herrscht Hochkonjunktur. Einige haben sich Tools gebaut, um die nun schwach besetzten Rankings herauszufinden. Dies meist in Wissenschafts-Themen, in denen Wikipedia vorher immer gut vertreten war.

Nun werden bei den großen Content-Agenturen Texte bestellt und auf die schnelle eine Reihe an neuen Seiten erstellt. Nicht nur die Affiliates profitieren. Die hohe Nachfrage hat die Preise für Texte stark angehoben. Das freut Textbroker und dessen Autoren:

Preise für Texte stark erhöht

6 Monate nach Wikipedia

Die Textknappheit hat nachgelassen. Mittlerweile gibt es zu vielen Themen wieder passende Texte. Diese gehen allerdings nicht mehr so in die Tiefe, wie es damals bei Wikipedia noch der Fall war.

Spezielle Teilbereiche der alten Wikipedia sind nun auf anderen Seiten sichtbar. Aber dafür mussten nur Kleinigkeiten angepasst werden. Auf Facebook sind jetzt neben den normalen Posts auch Statistiken und Geschichte der Unternehmen dokumentiert. Auf Google Maps ist es ein Trend geworden, statistische Daten kennzeichnen zu lassen. So gibt es zum Beispiel Layer für die Einwohnerzahlen oder auch für das Durchschnittseinkommen.

Ein Jahr nach Wikipedia

Ein Wunder ist geschehen! Es wurde ein Backup der Wikipedia gefunden. Nur dumm das die Domain nun weg ist. Also einfach alles auf eine neue Domain packen. Die Besucher werden schon kommen, genauso wie die Rankings.

Einen Monat nach Einspielen des Backups

Der große Erfolg blieb aus. Mittlerweile haben sich die Leute an andere Seiten gewohnt. Auch das Herstellen der alten Google-Rankings will nicht so recht klappen. Zwar ist die enorme Masse an Content wieder zu finden, doch es gibt andere Seiten, die die Themen einfach kürzer und verständlicher beschreiben. Auch sind natürlich alle Links auf die Seite weg.

Das Schlimmste ist aber, dass sich kaum Autoren finden, die das Projekt betreuen möchten. Sie haben alle eigene Blogs und wollen nicht mehr fast anonym ihre Texte abgeben.

Wünsche ich mir das Wikipedia wirklich abgeschaltet wird?

Nein, natürlich nicht. Wikipedia ist ein gutes Projekt mit großartigen Inhalten. Dennoch hat es derzeit mit einigen Problem zu kämpfen. Aber auch ohne die Abschaltung von Wikipedia, treten vielleicht einige in dem Artikel beschriebenen Sachen auf. Zwar nicht von einem Tag auf den anderen, aber dennoch nach und nach. Der Autorenschwund ist auch aktuell schon zu merken.

Letztendlich tragen die Autoren einen großen Teil dazu bei das Projekt am Laufen zu halten. Die auch nicht schlechtere Alternative, wäre eine Vielzahl neuer Projekte. Auch hier können sich die Autoren freiwillig beteiligen, Werbung ist ja keine Pflicht.

Kommentare

Steffen schrieb am 13.08.2012:

Puh! Für einen kurzen Augenblick dachte ich wirklich... Gelungener Artikel.

Torsten schrieb am 13.08.2012:

Ist's nun weg oder nicht? #LOL Im ernst, genialer Artikel mit tollen Szenarien, danke.

Stefan Wienströer schrieb am 13.08.2012:

Noch isses da^^

Imperativus schrieb am 13.08.2012:

Ein guter Artikel ist es, daher: "Empfiehl ihn weiter" (mit ie). (Lässt sich immer gut ableiten von der 2. Person Singular: Du empfiehlst. Der Imperativ-Verteidiger.

Stefan Wienströer schrieb am 14.08.2012:

Klingt irgendwie nicht so cool, ich mach einfach nen komplett anderen Text ;-)

Yourspace schrieb am 17.08.2012:

Hört sich ganz nach dem Szenario an , wie häufig als Doku läuft, "Die Welt ohne Menschen". Ich würde einen Monat Wikipedia, ein neues Wikipedia aufbauen wollen ;-).

Stefan Wienströer schrieb am 17.08.2012:

Das war mein Vorbild beim Schreiben des Artikels ;-)

Kathryn schrieb am 19.09.2012:

@Yourspace Genau daran dachte ich gerade auch, als ich den Artikel lass... was wären wir ohne Wikipedia?! ;-)

JuKu schrieb am 07.10.2012:

Gelungener Artikel! :D Ich dachte wirklich, Wikipedia wäre abgeschaltet worden.^^

Nils! schrieb am 05.11.2012:

"Wünsche ich mir das Wikipedia wirklich abgeschaltet wird?" Hier muss ein "dass" rein ;)