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Interview mit Troels vom Dashboard Junkie

Dashboard Junkie

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Ich habe vor einiger Zeit mal darüber geschrieben, wie man sich eigene Dashboards in Analytics zusammenbaut. Diese kann man sich so zusammenbauen, dass man die für sich wichtigen Werte sofort im Blick hat. In den Kommentaren stoß ich auf Troels Kjems, der diese Dashboarads für verschiedene Geschäftsmodelle sammelt und auf Dashboard Junkie veröffentlicht.

Da ich seine Arbeit sehr interessant fand, habe ich mit ihm ein kleines Interview geführt (ursprünglich auf Englisch):

Stefan Wienströer: Kannst du dich kurz beschreiben? Was genau tust du und wie kamst du zur Webanalyse?

Troels Kjems: Ich bin 36 Jahre alt und habe in den letzten zwei Jahren als unabhängiger Google AdWords Consultant gearbeitet. Da setze ich AdWords Kampagnen für kleine und mittlere dänische Unternehmen auf. Das bezahlt die Rechnungen für mich und meine Familie.

Vor der Arbeit mit AdWords habe ich mich 12-14 Jahre für unterschiedlichste Firmen mit Online-Stragegien, E-Commerce Websites, Projekt Management, BI Report Design und Datenanalyse befasst; Vom kleinen Kinderbekleidungsgeschäft in einem lokalen Einkaufszentrum bis hin zu Forbes 500 Firmen.

Als sich die professionelle Zusammenarbeit mit meinem AdWords Kunden entwickelte haben wir nicht nur über die Auswahl der Keywords und den Anzeigentext diskutiert, sondern über das komplette Online-Geschäft. An der Stelle konnte ich mir umfassende Erfahrungen von anderen Firmen aneignen.

Viele Firmen haben einen Hintergrund im traditionellen Offline-Business, wo der ROI (Return of Investment) nur indirekt gemessen werden kann. Mit Google Analytics ist das ein komplett anderes Spiel. Fast alles kann gemessen werden, wenn man weiß wie es geht. Das ist was mich an Google Analytics wirklich fasziniert. Das ist auch ein guter Motivator für mich, wenn ich mit AdWords arbeite und merke, dass meine Fähigkeiten und harte Arbeit (oder nicht so harte manchmal) auch vom Kunden offensichtlich wahrgenommen werden kann. Ich werde lieber wegen schrecklichen Zahlen als schlechten Gefühlen vom Kunden rausgeworfen.

Und außerdem mag ich den „Wow“-Ausdruck im Gesicht vom Kunden, wenn er plötzlich die Fakten über sein Geschäft sieht, die er vorher nur geraten hat.

Stefan Wienströer: Also schaust du was genau der Kunde für Ziele hat und gibst ihm ein genau darauf abgestimmtes Dashboard zurück?

Troels Kjems

Troels Kjems

Troels Kjems: Ja, der Kunde und ich versuchen die paar KPIs (Key Performance Indicators) zu finden, mit denen der Kunde – wenn überprüft – mehr Geld verdienen wird.

Bis vor Kurzem habe ich 2-3 Stunden ein Dashboard angepasst, der dem Kunden erlaubt diese Messwerte zu verfolgen und habe dann eine lange und durchdachte E-Mail geschrieben, welche beschreibt, wofür die einzelnen Widgets sind und wie man daraus Entscheidungen und Aktionen leiten kann.

Wie auch immer. Auch wenn jeder Kunde immer ein paar einzigartige Aufgaben mit sich bringt sehen sich die Dashboards und die langen E-Mails oft sehr ähnlich.

Also bin ich angefangen ein paar verschiedene Dashboards für unterschiedliche Typen von Online Geschäftsmodellen (Online Shops, Dienstleistungen (wie Anwälte, oder Psychologen), Affiliate Marketer, usw.) und schrieb eine Standard-Anleitung für jedes Dashboard.

Vor ein paar Wochen habe ich in meinen Google+ Kreisen gefragt, ob ich diese Dashboards auf einer Website sammeln und veröffentlichen sollte. Das Feedback war so positiv, dass ich mit der Umsetzung anfing.

Die Domain www.dashboardjunkie.com hatte ich schon vor einigen Monaten gekauft, das Projekt hatte allerdings noch keine Priorität. Auf jeden Fall habe ich eine WordPress Installation aufgesetzt, für 50 Dollar ein Theme gekauft und bei meinem Designer ein Logo und ein paar Illustrationen beauftragt.

Ich hab vermutlich 150 Stunden (und Jahre der Praktizierung…) an der Navigation, dem Definieren der Dashboards, dem Erstellen der Screenshots, Schreiben der Anleitungen usw. verbracht, bevor ich im September Leute eingeladen hab, meine neue Website zu besuchen.

Stefan Wienströer: Auf deiner Website sah ich, dass Besucher auch ihre eigenen Dashboards einreichen können. Aber welche Faktoren machen eigentlich ein erfolgreiches Dashboard aus?

Troels Kjems: Das Ziel von dashboardjunkie.com ist es, eine breite Auswahl an Dashboards zu haben, so dass jeder eins findet was zu seinen Anforderungen passt ohne sehr viel daran zu ändern.

Wenn Leute mir ihre eigenen Vorschläge für Dashboards zuschicken, damit sie auf der Website geteilt werden, werde ich diese begutachten und objektiv entscheiden, ob es einen Mehrwert für die Besucher von dashboardjunkies.com hat. Wenn ein Dashboard Designer sich Zeit genommen und einen guten Inhalt bereitstellt hat, profitiert auch er mit Bekanntheit über unser Portal. Aber wenn jemand ein durchschnittliches oder schlechtes Dashboard einliefert, nur um einen guten SEO-Link zu bekommen, werde ich ablehnen.

Ein gutes Dashboard ist ein simples Dashboards, was auch ohne Anleitung einen Sinn ergibt.

Stefan Wienströer: Eine letzte Frage: Was sind deiner Meinung nach die 5 wichtigsten Funktionen von Google Analytics?

Troels Kjems: Neben der Dashboard-Funktion würde ich folgende nehmen:

  • Event Tracking (was sehr entscheidend für viele Fälle ist)
  • Ziele (Weil die Übung des Aufsetzen der Ziele dich dazu auffordert, über den Sinn deines Business zu definieren)
  • Benutzerdefinierte Berichte (Welche – Auch wenn sie kaum jemand nutzt – dich dazu bringen, dass Verhalten deiner Kunden auf einem neuen Level zu verstehen)
  • Die vielen Social Media Berichte, welche derzeit besser und besser werden beim bestimmen der ROI von Social Media Aktivitäten.

Kommentare

Mario schrieb am 03.10.2012:

Hey, sehr cooles Interview und auf jeden Fall eine großartige Quelle für Dashboards. Leider sind die Dashboards in Google Analytics von der Funktionalität her noch ein wenig begrenzt, man kann aber richtig einfach Dashboards mit Google Docs und Google Sites erstellen. Die Basis für die Erstellung solcher Dashboards ist die Nutzung der Google Analytics API in Verbindung mit Google Docs: http://ganalyticsblog.de/analytics-externe-tools/offizielle-google-losung-fur-den-api-datenimport-in-google-docs/ Viele Grüße Mario