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Subversion: SVN-Client Tortoise

Wer sich nicht unbedingt mit einem text-basierten SVN-Client (= Konsole) herumschlagen möchte, kann auch auf grafische Oberflächen, die es für Windows und Linux gibt, zurückgreifen. In diesem Abschnitt der Dokumentation soll der SVN Client "Tortoise SVN Client" näher beschrieben werden.

Hinweis zur Software

Das Programm ist keine eigenständige grafische Oberfläche. Die Software ist eine sog. Shell Extension. Das heißt, die Optionen der Software werden in die Explorer-Menüs integriert und können nur von dort aus aufgerufen werden.

Bezug und Download der Software

Der Bezug der Software ist kostenlos, da sie als OpenSource-Projekt unter einer freien Lizenz angeboten wird. Unter der Webadresse http://tortoisesvn.net/downloads kann die aktuelle Version der Software heruntergeladen werden. Wie aus dem Namen der Setup-Datei zu entnehmen ist, muss bei der Wahl der Version auch auf die installierte SVN-Version geachtet werden. Sie hängen unmittelbar zusammen. So ist zum Beispiel die aktuelle Tortoise-Version 1.4.8 an die Subversion-Version 1.4.6 gekoppelt. Weiterhin muss man sich entscheiden, ob es sich um die 32Bit oder die 64Bit-Version handeln soll. Wenn man sich nicht sicher ist, kann man mit der 32 Bit-Version der Software nichts falsch machen.

Installation der Software

Die Installation des Programms läuft ohne außergewöhnliche Maßnahmen. Gegebenenfalls muss das Zielverzeichnis angepasst werden, aber u.a. die Einträge im Startmenü werden automatisch angelegt. Nach der Installation muss der Computer neu gestartet werden. Für den sog. Spellchecker ist standardmäßig das englische und amerikanische Paket mit installiert. Im Normalfall wird die Software in englischer Sprache installiert. Auf der obigen Download-Seite gibt es einen Bereich, in dem man sich das deutsche Sprachpaket zusätzlich herunterladen kann. Dessen Installation benötigt keinen Eingriff des Nutzers und läuft voll automatisch ab.

Anwendung der Software

Wenn für das Repository ein Login und ein Kennwort (= Basic-Authentifizierung für Apache) hinterlegt wurde, wird dies von Tortoise bei relevanten Prozessen abgefragt. Dazu wird immer das folgende Fenster mit angezeigt, in dem die Logindaten eingegeben werden müssen:

Passworteingabe bei Tortoise
Darstellung: Passworteingabe bei Tortoise

Den Explorer-Menüs werden die beiden Einträge hinzugefügt, wie sie in der folgenden Grafik angezeigt sind:

Shell-Erweiterung von Tortoise
Darstellung: Shell-Erweiterung von Tortoise

Mit "SVN Checkout" hat man die Möglichkeit, sich an der markierten Stelle eine Working Copy aus dem Repository auszuchecken. Bei der Auswahl des Menüpunktes erscheint die folgende grafische Oberfläche

Grafische Oberfläche zum Anlegen einer Working Copy
Darstellung: Grafische Oberfläche zum Anlegen einer Working Copy

Zuerst gibt man in der Zeile "URL of Repository" den Pfad im Repository an, welcher ausgecheckt werden soll und in der Zeile "Checkout directory" den lokalen Pfad, in dem die Working Copy angelegt werden soll. Weiterhin kann man noch angeben, welche Revision ausgecheckt werden soll. Standardmäßig wird die aktuelle Revision (= HEAD Revision) angeboten, was auch am meisten Sinn macht, aber man kann sich auch eine ältere Version auschecken. Über den Button "Show Log" gelangt man in eine neue grafische Oberfläche, in der man sich die bisherige Historie der Revisions ansehen kann. Mit der Hilfe dieser Informationen kann die gewünschte Revision-Number ausgewählt werden. Zuerst muss dazu in der Übersicht eine Zeile markiert und dann auf "OK" geklickt werden. Die gewählte Revision wird automatisch im Fenster aus Bild 9 eingetragen. Das folgende Bild zeigt die Protokollierung eines checkout-Vorganges in Tortoise.

Protokollierung eines checkout-Vorganges
Darstellung: Protokollierung eines checkout-Vorganges

Nach dem erfolgreichen Checkout werden die herkömmlichen gelben Windows-Ordnersymbole mit einem grünen Kreis mit weißem Haken gekennzeichnet, damit das Verzeichnis als Working Copy eindeutig gekennzeichnet ist.

Das Menü zum zweiten Eintrag, der im ersten Bild angezeigt wurde, beginnt mit dem Eintrag "Repo-browser". Wenn dieser Eintrag ausgewählt wird, kann man sich in einem neuen Fenster den Inhalt des eingegebenen Repository-Pfades anzeigen lassen. Die Oberfläche bietet standardmäßig den Zugriff mit der "file:///"-Option auf den Repository-Zweig an. Das folgende Beispiel zeigt den Inhalt des trunk-Zweiges im Beispielrepository.

Anzeige im Repository-Browser
Darstellung: Anzeige im Repository-Browser

Die grafische Oberfläche zum Exportieren eines Repositories ist praktisch identisch zu der Oberfläche, die im Bild zweiten gezeigt wird. Man gibt das gewünschte Repository an, wählt die Ziel-URL sowie die Revision aus und startet den Vorgang. Bei einem Export wird praktisch eine Sicherung angelegt. Dies ist nicht zu verwechseln mit einer Working Copy. Die Software kennzeichnet die Verzeichnisse auch nicht entsprechend.
Zum Erstellen eines Repositories wählt man an der gewünschten Stelle den entsprechenden Eintrag aus dem Menü aus. Danach wird die folgende grafische Oberfläche angezeigt:

Anlegen eines neuen Repositories
Darstellung: Anlegen eines neuen Repositories

In dieser Oberfläche wählt man aus, ob das Repository auf Basis des fsfs-Dateisystems oder auf Basis einer Berkeley-Datenbank angelegt werden soll. Im Fall von Berkeley muss jedoch die dazugehörige Datenbank auf dem Computer installiert sein. Um diesen Umstand zu vermeiden ist die fsfs-Variante zu empfehlen. Alle weiteren Schritte werden automatisch erledigt.

Auswahl der Sprache

Über das Untermenü des Eintrages "TortoiseSVN" gelangt man auch zu den Optionen des Programms. Auf der Startseite der Einstellungen gibt es gleich ein Auswahlmenü für die Sprachen. Nachdem zu Beginn das deutsche Sprachpaket installiert wurde, sollte im Auswahlmenü jetzt auch "Deutsch" zur Verfügung stehen. Nachdem dieser Eintrag ausgewählt wurde, müssen alle offenen Fenster geschlossen werden. Danach stehen alle Texte und Optionen in deutscher Sprache zur Verfügung.

TortoiseSVN-Optionen für die WorkingCopy

Wenn man mit der rechten Maustaste auf eine Datei oder Verzeichnis in der Working Copy klickt, stehen im Arbeitsmenü weitere Optionen zur Verfügung - wie im folgenden Bild gezeigt wird:

Auswahlmenü in Working Copy
Darstellung: Auswahlmenü in Working Copy

Die Option "SVN aktualisieren" stellt nichts anderes als die grafische Umsetzung des Kommandos "svn update" da, welches bereits in dieser Dokumentation beschrieben wurde. Bei dem Menüpunkt "SVN übertragen" ist es nicht viel anders. Dabei handelt es sich um eine grafische Aufbereitung des "svn ci"-Kommandos. Die folgende Tabelle greift aus dem Untermenü zu "TortoiseSVN" die wichtigsten Optionen heraus und was sie bedeuten:

Menüpunkt Bedeutung
Zeige Log Bisherige Aktualisierungen der Working Copy
Arbeitskopie aufräumen Entfernen von Locks + Beenden von Operationen
Aktualisiere zu Revision gleichwertig mit Option "SVN aktualisieren"
Hinzufügen Hinzufügen eines Ordners oder neuer Datei
Umbenennen Umbenennen einer Datei / eines Verzeichnisses in der Working Copy
Löschen Entfernen einer Datei / eines Verzeichnisses in der Working Copy
Rückgängig Rückgängigmachen eines bestimmten Vorganges

Weitere Tortoise-Programme

Bei der Installation liefert Tortoise noch zwei weitere Programme mit, die über das Startmenü aufgerufen werden können.

TortoiseIDiff

Mit diesem Bild können die Unterschiede zweier Grafiken dargestellt werden. Durch einen Schieberegler ist eine Art "Morphing"-Effekt möglich. Die beiden gewählten Grafiken müssen nicht im SVN-Repository oder einer Working Copy liegen. Das Programm ist ein reines Anzeigetool, welches keine Speicherfunktion hat. Ein direkter Bezug zu Subversion ist nicht vorhanden. Der Ansatzpunkt für die Entwicklung dieses Tools ist, dass es zwar genügend Programme gibt, um Textdateien miteinander zu vergleichen, aber für Bilder ist dies noch Mangelware. Diesem Defizit wollte man mit diesem Tool begegnen.

TortoiseMerge

In diesem Tool können innerhalb eines SVN-Repositories zwei Dateien entweder nur verglichen oder auch zusammengefügt werden. Im Vorauswahlfenster, welches mit in der folgenden Grafik steht, wird zuerst ausgewählt, ob man zwei Dateien mergen (= zusammenfassen) oder nur vergleichen möchte. Danach wählt man in den Auswahlfeldern die benötigten Dateien aus und in der grafischen Oberfläche werden die entsprechenden Resultate angezeigt.

Grafische Oberfläche für TortoiseMerge
Darstellung: Grafische Oberfläche für TortoiseMerge

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Stefan Wienströer

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